Buchrezensionen

Der Streich – Simone Kaplan


Kurzbeschreibung
Eine Gruppe Indie-Autoren wird in das legendäre Beverly-Hills-Hotel in Hollywood, Los Angeles, eingeladen. Frenetisch werden die Autoren umjubelt und von der Presse bestürmt. Man rollt einen roten Teppich für sie aus, und selbst Hollywood-Stars finden sich zu ihrer Begrüßung ein. Sie sind tatsächlich angekommen im Land der Träume.
Doch plötzlich kommt alles völlig anders….

Ein kleines Intermezzo zu „Der Streich“:

Veronika: „Sag mal, Simone, woher hattest du eigentlich diese Idee zu „Der Streich“?“

Simone K: „Schön dich zu sehen, Veronika. Du hast dich echt gut gemacht in dem Buch.“

Veronika: „Danke für die Blumen, es hat einfach Spaß gemacht … aber jetzt sag schon, woher kam die Idee?“

Simone K: „Na, du kennst mich doch. Im Moment arbeite ich an mehreren Projekten. Ich hatte überhaupt nicht vor, so schnell wieder ein Buch zu veröffentlichen. Aber dann klopfte diese Idee an die Tür, und ich konnte nicht widerstehen. Du kennst ja meine Leidenschaft für Film und Musik. Charly Chaplin ist mein Vorbild. Der hat Satire über alles geliebt. Ich hatte jedenfalls ein paar Charly-Chaplin-Filme angeschaut, und da war sie dann plötzlich: die Idee für eine Satire.
Ich selbst musste jedenfalls total viel lachen beim Schreiben …“

Veronika: „Ich glaube, wir alle hatten unseren Spaß. Und die Gesichter von Hagazussa und Jennifer am Schluss … ich muss schon wieder lachen, wenn ich daran denke. – Ich mag das Ende der Story!“

Simone K: „Ohne Hagazussa wäre „Der Streich“ wohl nicht entstanden. Sie musste einfach meine Hauptfigur werden. Die Kritiker sind inspirativer für mich, als sie wahrscheinlich glauben. Wenn es nach ihnen ginge, müsste ich mit dem Schreiben aufhören.
Veronika: „Danke für das Interview, Simone. Ich freu mich schon aufs nächste Mal, wenn es wieder heißt: ACTION!“

Simone K: „Dich werde ich sofort wieder ins Boot holen, Veronika! Du bist eine fantastische Schauspielerin. Wir sehen uns ….Äh du warte mal Darling..mir fällt gerade einen Idee ein..“

Veronika: „Und…die wäre?“

Simone K. (überlegt kurz und plötzlich huscht ein breites ,spitzbübisches Lächeln über ihr Gesicht.)“ Wie wärs wenn wir unsere kleine Indie -Autoren Gruppe wieder hereinholen? Was sagst du dazu ?“

Veronikca: Hmmm…keine schlechte Idee. Obwohl..ich weiß nicht, nach allem was sie dir angetan haben? “

Simone K.: Nun wir wollen doch nicht nachtragend sein oder? Schließlich ist man als Autor auch Vorbild .
Jürgen….Haga…kommt rein..Ach übrigens Jürgen…pass auf deinen Smoking auf ja ? Und du Haga….mach es nicht wie Jennifer und bekleckere dein schönes Abendkleid mit Kaviar ..:)

Produktinformation
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 118 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 19 Seiten
Sprache: Deutsch
Nicht mehr erhältlich!

 

Fazit
Das Buch beginnt mit einem kleinen Vorwort und wir müssen nicht lange auf die kaplatristischen Perlen warten: „Showbusiness ist und war schon immer ein Haifischbecken der besonderer Art.“
„Doch zu was Autorenkollegen fähig sind um die Konkurrenz auszuschalten …da kann Hollywood tatsächlich noch etwas davon lernen.“ – 1. würde ich Frau K. NIEMALS als Autorenkollegin bezeichnen und sie ist folglich auch keine Konkurrenz.
„Es gibt Sieger und Verlierer. Ich gehöre nicht zu den Verlierer!!“ – In der Literatur gibt es keine Sieger und Verlierer. Es gibt erfolgreiche Autoren und erfolglose. Frau K. gehört zu letzterem.

1. Kapitel (So, jetzt geht’s endlich los!)
„Staunend stieg Hagazussa aus der Limousine und betrachtete den Menschenauflauf.“ – Für Kannibalen sicher lecker …
Leider nicht gründlich recherchiert, Liebe Frau K. Ich habe blonde Haare, die ich mir nie toupieren würde, ich hasse Kleider und Schminke finde ich überflüssig. Aber im Rahmen einer besonderen Veranstaltung sehe ich mal großzügig darüber hinweg.
Weiter geht’s mit Sätzen wie: „Auch schau mal dort drüben ist Matthias . „
Fragwürdig, dass ein Autor der zu einer Gala eingeladen wird, über den Rang seines Buches lügt, mit der Begründung, dass es ja niemand wisse.
Auch sehr schön: „Jeder versuchte sein Bestes um einen begehrten Platz in den Bestsellerliste zu erhaschen. Egal mit welchen Mitteln. Tja…sie schmunzelte …es gab viele Mitteln…dubiose Mitteln…“
„Jennifer zupfte aufgeregt an ihrem Arm […]“ – Der Bezug ist unsauber. Es sollten sicher ausdrücken, dass ich an Hagazussas Arm zupfe und nicht an meinem. Macht ja auch kein Sinn, es sei denn ich hätte einen Tick.
„[…] würde ich sie eigenhändig in die Luft zerreißen..“ – Aha …
„Jennifer blieb fast das Herz standen..“ – Hmm …
„[…] seine laute marktschreierische Stimme […]“ – Marktschreier sind meistens laut, das bringt der Beruf so mit sich.

2. Kapitel (Wer hätte das gedacht?!)
„[Kollwitz] nippte gerade an einem Sektglas und überlegte, ob er nicht doch lieber auf seine Figur achten sollte.“ – Ja, übermäßiger Alkohol macht dick, aber er nippt doch nur …
„Er linste zum Kaviar der großzügig verteilt wurde von adretten Kellnern.“ – Worauf denn? Doch nicht etwa auf dem roten Teppich?!
„Also schaufelte er sich gierig einen Teller [mit Kaviar] voll .“ – Das ist ja widerlich!
„Klar…“ sprach er mit vollem Mund und einige Kaviarstückchen verfingen sich in Hagazusaas Haaren..“…als Autor muss man die Spreu von Weizen trennen.“ – Kaviar gibt es nicht in Stücken! Das sind Fischeier und wie kommen die in Hagazussas Haare? Man könnte es sich denken, aber wenn ich denken wollte, würde ich das Buch nicht lesen. Ich als Autor muss auch nicht die Spreu voM Weizen trennen, das machen die Leser.
„Hagazussa schnappte sich ein weiteres Sektglas […]“ – Nanu? Das erste habe ich wohl verpasst.
In den folgenden vier Sätzen kommt das Wort „Gastgeber“ viermal vor. Vier mal vier ist übrigens sechzehn …
„Jennifer machte sich gerade am Büfett gemütlich.“ – Ich mache was?!
„[Jennifer] war gerade völlig überfordert von den leckeren Kostbarkeiten.“ – Silber, Samt und Geschmeide …
„Soviel Kaviar und Champagner im Überfluss…“ – Wow, bei diesem Angebot fällt die Wahl wirklich schwer!
„Das gleiche Schreiben wie auf meiner Einladung.“ – Das verstehe ich nicht. Ist das Schreiben auf die Einladung geklebt oder so was?

3. Kapitel (Ein wenig müssen Sie noch durchhalten.)
Dann gibt’s noch ein paar Insider-Kniffe um seinen Verkaufsrang zu steigern. Etwas fragwürdig ist die Strategie seine eigenen Bücher zu kaufen, da nicht sehr lukrativ. Werbung auf Facebook, Gutscheine, Buchexemplare oder Gewinnaktionen sind tatsächlich ganz nützlich. Auch eine Leserunde kann das Interesse potentieller Leser wecken.
„Ja und mach den Fehler nicht wie Simone Kaplan, allein und ohne andere Autorenfreunde weiterzumachen. „ – Also ich habe es auch ohne Autorenfreunde in diverse Anthologien und Fortsetzungsbände geschafft. Da hatte ich wohl unverschämtes Glück …
„Normalerweise kuschen die neuen Autoren und fügen sich ein in unseren Regeln.“ – Wieso unsere? Das ist der gängige Standard der Literatur, die der Leser voraussetzt, um sich voll und ganz seinem Lesegenuss hinzugeben. Und solange man sich keinen Namen gemacht hat, kann man sich stilistische Eigenheiten in der Zeichensetzung und Grammatik nicht leisten. Ein Verlag würde sich das Anschreiben ansehen und nicht mal mehr das Exposé, geschweige denn die Textprobe lesen.
„Eigentlich sind wir alle Kritiker auch Autoren. Natürlich unter Pseudonym. Soll ja keiner mitkriegen, dass wir hinter den fiesen Kritiken stecken.“ – Wieso fies? Zumindest meine Kritiken sind ehrlich und ich stehe zu meiner Meinung.
„Er war noch ein Neuling ,aber saugte alles gierig auf wie man andere Autoren am besten schaden konnte um endlich selber weiterzukommen.“ – Puh, also schaden braucht man Frau Kaplan nicht, das schafft sie auch ganz gut alleine. Diese Zeit investiere ich lieber in mein Studium, um mich zu verbessern, denn nur DAS bringt einen nach oben. Es ist auch einfacher, als tausende von Möchtegernautoren schlecht zu machen, die seit der kostenlosen Möglichkeit zu veröffentlichen aus jeder Sofaritze kriechen.
„Jennifer kam hinzu in die kleine Runde und knabberte an einem Baguettbrötchen dick mit Kaviar belegt.“ – Ich kotz gleich …
Mir ist neu, dass man fehlende Schönheit durch beißende Kritik wieder „wett machen“ kann.
„Überall waren kleine Tischen aufgestellt . Für das leibliche Wohl war gesorgt.“ – Ja, wenn man Holzwurm oder Biber war.
„Nach wie vor trudelten noch Leute herein.“ – Sicher beschwipst vom Sekt bzw. Champagner.
Mein Schulenglisch ist übrigens nicht schlecht. Ich spreche und schreibe jeden Tag mit amerikanischen Freunden.
„Die Reporterin lächelte und hielt ihr Mikrofon unter das Gesicht.“ – So stell ich mir die Tonaufnahme ziemlich schwierig vor.
„Wie ich erfahren habe läuft es noch nicht so gut. Liegt es am schlechten Ruf der Indies.?“ – Kann ich nicht behaupten, es läuft eigentlich ganz gut bei mir. Verschiedene Anthologieverträge, Manuskriptanfragen von Verlagen, laufende Projekte …
„Sie heißt Simone Kaplan und ist eine seltene Spezi von beratungsresistent .“ – Seh ich auch so.
Seinen eigenen Kopf bzw. seine eigenen Ideen durchzusetzen ist ganz wichtig, um sich von der Masse abzuheben und einen eigenen, unverwechselhaften Stil zu entwickeln. Kritische Themen sollten unbedingt angesprochen werden. Allerdings sollte man sie mit Samthandschuhen anfassen und nicht wie Frau Kaplan mit der groben Keule draufhauen.
„Normalerweise entschuldigen sich neue Autoren sofort bei uns und nehmen nach Druck auch ihre Bücher heraus.“ – Halt ich für ein Gerücht.
Man muss sich keinen Autorengruppen im Netz anschließen, um Erfolg zu haben. Und ich persönlich Bemühe mich überhaupt nicht in begehrte Autorengruppen aufgenommen zu werden, falls es solche gibt. Im Gegenteil, ich bin froh, wenn man mich damit verschont und ich habe dafür ohnehin keine Zeit.
Man kann auch ohne diese „undurchsichtigen Praxen“ erfolgreich sein. Es dauert eben länger. Ohne Werbung und Onlinepräsenz läuft heutzutage nichts – nicht nur in der Literatur.
„[Frau Kaplan] hat wohl das wichtigste verpasst was einem Autor passieren konnte.“ – Ja, was eigentlich?
„[…] denn plötzlich senkte sich eine erwartungsvolle Stimmung in den prachtvoll geschmückten Ballsaal.“ – Hmm …
„Es heißt immer, die Bücher widerspiegeln die Seele eines Autors.“ – Autsch!
„Diese Autorin passte wirklich in keiner Schublade….“ – Höchstens, wenn man sie vorher zerstückelt und püriert.
„Diese Einladung hier nach Beverly Hills Los Angeles war die Krönung eines jeden Autors.“ – Warum eigentlich? Was gibt’s denn hier? Gut, dass Frau Kaplan noch mal erwähnt, wo wir uns eigentlich befinden. Das hatte ich schon ganz vergessen und so fällt es einem auch leichter, der Auflösung des Streiches zu folgen.
„Und auch noch als German …das konnte man mit nichts anderen toppen.,“ – Sehe ich auch so.

4. Kapitel (Sie haben es gleich geschafft!)
— Hier war mal ein Zitat, dass ich leider nicht verraten Darf, weil er die unglaubliche Pointe versaut – Welche Pointe? Hat doch schon ein anderer Rezensent erläutert. Egal.
„Meine weiße Bluse leuchtete im hellen Lichtkegel und reflektierte das Glitzern meiner schwarzen Samtweste…und schwarzen Hose.“ – Ein (un)geschickter Schachzug: mitten im Kapitel wechselt die Perspektive.
Tatsächlich sind wir doch alle total geschockt, über diesen Geniestreich, der uns Sekt, Kaviar und jede Menge gute Unterhaltung geboten hat und haben nichts bemerkt. Krass.
„ Nun ich muss euch eine Sache aufklären.“ – Ja, bitte.
Und wie wir da nun alle vor Scham verdattert rumglotzen, kostet „das Genie“ ihren gelungenen Streich köstlich aus. Und sie „war nicht die einzige die sich gerade köstlich amüsierte über den gelungenen Streich.“
„Hagazussa schnaubte vor ohnmächtiger Wut ,brachte aber vor lauter Verblüffung keinen vernünftigen Satz heraus …“ – Wie die Autorin dieses Buches.
„Matthias der sich schon in Hollywood als Filmstar sah brach fast eine Welt zusammen.“ – Jo, Schriftstellerei ist bei vielen das Sprungbrett um Schauspieler zu werden.
„Der Traum vom schnellen Ruhm zerplatzte wie eine Seifenblase….“ – Plop. Naja, ich wollte ohnehin nie den schnellen Ruhm. Ich möchte ihn lieber langsam steigern und dafür langanhaltend behalten.
Und so endet dieser Streich mit einem gelungenen Schlusswort: ENDE

Puh was ein Abenteuer! Und nur weil ich Ehrengast in diesem gelungenen Geniestreich sein durfte, habe ich mir die Mühe mit dieser Rezension gemacht. Naja, und weil ich tierisch Langeweile hatte.
Wenn man die sinnfreie Auflösung des Streiches, das ein Vermögen gekostet haben muss, mal außer Acht lässt, war das Buch gar nicht so schlecht wie erwartet. Vielleicht lag das auch an der Euphorie der Ehre, die mir als Gast in diesem Roman zuteilwurde. Ich bilde mir auch ein, dass es eine leichte Verbesserung in den syntaktischen Strukturen und das Setzen von Wortzeichen in Wörtern zur Verdeutlichung von morphologischen Strukturen gab.
Ich hoffe, dass ich allen Fans der Kaplatristik und versehentlich vorbeischauenden potenziellen Lesern, Vergnügen mit meiner einmaligen, ausführlichen Rezension bereitet habe.

MfG J. M.

Von mir gibt es ●○○○○ Lesepunkt.

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