Buchrezensionen

Die Söhne der Insel – Jean Johnson

Kurzbeschreibung
Eine Liebe, die größer ist als Zeit und Raum

Eine Prophezeiung verbietet acht Brüdern für alle Zeiten, die Liebe zu erfahren – oder ihre Welt wird dem Untergang geweiht sein. Um diesem Fluch zu entgehen, leben die acht jungen Männer auf einer einsamen, sturmumtosten Insel, zu der Frauen keinen Zutritt haben. Bis eines Tages die bezaubernde Kelly Doyle nach einer Reise durch die Zeit ausgerechnet auf Nightfall Isle landet – und das Leben der Brüder gehörig auf den Kopf stellt. Saber, der Älteste der acht, erkennt bald, dass er sich der Stimme seines Herzens und seinem Schicksal nicht widersetzen kann. Und so treffen er und Kelly eine mutige Entscheidung … doch kann ihre Liebe dem Fluch trotzen – oder müssen sie sich tatsächlich den bösen Mächten beugen?

Produktinformation
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 432 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-7645-3007-5

Erhältlich bei Amazon

 

Fazit
Ich habe das Buch bei Woolworth auf dem Grabbeltisch entdeckt. Trotz schlechtem Ruf der Mängelexemplare, müssen diese nicht automatisch auch innere Mängel haben. Dieses schon.

Die ersten Seiten lesen sich ja noch ganz nett. Doch dann nimmt das Übel seinen Lauf …
Die junge Kelly, die von einem der Brüder auf die Insel geholt wurde, schafft es mit banalen Tricks a la „ich renne im Kreis um so meinen Verfolger abzuschütteln“ und „fass mich nicht an ich bin ein Mädchen und kratze beiße und spucke“ sich die Männer vom Hals zu halten. Als Magier sollte man einem widerspenstigen Weib doch Herr werden.
Es folgen noch weitere, mir unlogisch erscheinende, Handlungen, die ein Mensch in dieser Situation einfach nicht tun würde. Das psychologische Profil der Kelly ist demnach mehr als dürftig. Jungfrau, Verführerin, Kampfkatze und Hausdrache in einem.
Magie ist sicher anstrengend, auch für diese Supermagier. Aber bei weiblichen Besuch mal eben mit dem Finger schnippen und die verstaubten Gemächer sauber machen, wäre echt kein Akt gewesen. Aber Kelly hat sich ja Hausfrauenlike gleich ans Putzen gemacht und bindet ihren Harem gleich mit ein.

Ganz besonders schlimm fand ich die Perspektivwechsel, die zum Teil sogar in einem Kapitel/Absatz stattfanden. Das hab ich noch nicht erlebt. Da werden dem Leser nacheinander die gleiche Situation aus 2+ Perspektiven erzählt (kann sehr spannend sein), die sich allerdings kaum unterscheiden (gähn) – und das mehrfach (da kommt man sich veräppelt vor).
Und weil der Leser sich ja so viele Infos merken muss, werden Attribute wie blaue Augen, muskolös, die Haarfarbe etc. bei jeder sich ergebenden Situation noch mal erwähnt. Als wäre man dement …
Bei diesen groben Schnitzern, weiß ich gar nicht ob ich auf die Unfähigkeit der Autorin oder eher auf die des Lektors sauer sein soll. Bei aller Liebe, jeder fängt mal klein an, aber jeder Lektor sollte es drauf haben so etwas anzukreiden und verbessern zu lassen.

Genauso schlimm finde ich zum Teil die Übersetzungen. Da kommen dann so Wörter wie „Schmutzwasserpfützenfleck“ zustande. (Kelly hat beim Putzen etwas vom Putzwasser verschüttet und sowohl Boden als auch sich damit bekleckert.) Weil das Wort so toll ist, benutzen wir es gleich mehrmals. „Fleck“ hätte es beim 3. Mal auch getan. Ich bin einfach fassungslos.
Generell ist der Schreibstil sehr einfach und viele Redewendungen wiederholen sich. Ich glaube auch als Übersetzer darf man sich die Freiheit nehmen, da ein wenig Pepp reinzubringen. Gerade wir deutschen haben für ein und die selbe Sache doch zahlreiche Synonyme, warum diese nicht verwenden? Ist doch schließlich kein Kinderbuch …

Also alles in allem war ich maßlos enttäuscht über das Buch und regelrecht schockiert über die vielen Jubelrezensionen bei Amazon. (Leute fresst Scheiße, Milliarden fliegen können sich nicht irren …) Lustigerweise unterscheiden sich eBook- und Printbuch-Bewertungen erheblich … Jeder hat einen eigenen Geschmack, und das ist auch gut so, aber in diesem Buch ist einfach nichts ausreichend gut, das 5Sterne rechtfertigt. Stil, Dialoge, Logik, Handlungsstrang – alles mangelhaft. Ein guter Lektor und Übersetzer hätten da noch einiges rausholen können, aber so kann ich, bei aller Liebe zur schreibenden Kunst, nichts Gutes an dem Buch entdecken. Außer dem Cover, das ist wirklich schön …

Schade um den Baum, der für dieses Buch sterben musste.

Von mir gibt es ●○○○○ Lesepunkt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s