Buchrezensionen

Wald der Schmerzen 1. Teil – Marc Prescher


Kurzbeschreibung
Ein Campingausflug wird für vier Freunde zu einem Inferno aus Blut und Terror!
Es ist Jagdsaison und das Wild bist du!

Cora erging es nicht anders, man sah den Ekel deutlich in ihrem Gesicht, ihr Grund war aber ein anderer. Den Typ den sie jetzt hinter der Verkaufstheke entdeckte war der Auslöser. Ein dürrer, älterer Mann, mit langem und strähnigem Haar, in dessen langen ungepflegtem Bart, noch die Essensreste von seinem Mittagessen hingen. Die Latzhose, die er über seinem mageren Körper trug, war zerschlissen und beschmutzt mit Motoröl und Fettflecken. Ronny entging nicht der Blick der beiden Frauen. Er machte ein paar schnelle Schritte auf Cora zu und legte seine Arme über ihre Schultern und flüsterte dann:
„Schaut mal liebe Kinder, das ist ein echter Neandertaler und ich glaube der hat Appetit auf zartes Fleisch von jungen Frauen.“

Produktinformation
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 691 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 56 Seiten
Sprache: Deutsch
ASIN: B00IU07ZKU

Erhältlich bei Amazon

 

Fazit
Also das Einzige an dieser Geschichte das schmerzt, ist die Technik des Autors.

Lieber Herr Prescher,

wie ich gesehen habe, ist dies nicht Ihr erstes Buch, doch muss ich leider sagen, Sie beherrschen das Handwerk in keinster Weise. Ja, das klingt hart, aber es ist so. Selten habe ich so viele Anfängerfehler auf einmal gesehen.

– Es fängt ganz unverfänglich mit ungewollten Absätzen an, die pro Kindleseite mindestens drei Mal auftreten. Ist Ihnen das nicht aufgefallen? Macht es zu viel Mühe, das Gerüst ordentlich zu gestalten?
– Dann haben sie Probleme mit der Zeichensetzung. Ist nicht jedermanns Sache, gehört aber ebenfalls zum Handwerk und sollte gegebenenfalls nachgeschlagen werden. Die Arbeit wird sich definitiv lohnen – schon bei den Beurteilungen der Leser und mindestens für Sie persönlich.
– Ebenso gibt es Probleme bei der Zeitform, die zum Teil mitten im Satz wechselt. Auch nicht immer einfach, aber … (Betaleser?!)
– Auch erfreuen Sie den Leser mit Tautologien (Verdoppelung: weißer Schimmel, runde Kugel): „… antwortete Ronny mit seinen vor Fett glänzenden Lippen.“ Womit auch sonst? Ich nehme an, es war Ihnen wichtig zu erwähnen, dass seine Lippen fettig waren. Die Formulierung ist nicht ganz geglückt.
– Massenweise Füllwörter und Wiederholungen in aufeinanderfolgenden Sätzen.
– Kommen wir zur Szene in der Tankstelle, da hats mir dann gereicht. Stümperhafter geht es kaum noch:
Person A fällt draußen auf, dass die Scheiben des Verkaufsraums dreckig sind, ahnt schon übles. Die Ladentür geht auf, der erste Eindruck: es ist dreckig. Der Erzähler erwähnt, dass innen alles schmutzig ist und im nächsten Satz das der Laden von innen nicht besser aussieht als von außen (also schmutzig ist). Nun fällt Person B auf, dass der Laden schmutzig ist. Nochmal eine genaue Erklärung von den Dingen der Umgebung, die schmutzig sind. Person B ist total entsetzt, wie schmutzig es ist. Person A wird nun beschrieben, wie ihr der schmutzige Laden Unbehagen bereitet.
Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, Sie wollten damit sagen, dass der Laden schmutzig ist. Korrigieren Sie mich, falls ich mich irre …
– Mit der Logik haben Sie es auch nicht so.
Person A sitzt hinten im Auto und erklärt Person B, dass B sie hinten im Fahrzeug bespuckt. Diese Info ist überflüssig. Der Leser weiß bereits, wer wo sitzt. Wozu sollte ich meinem Gesprächspartner noch vorhalten, wo er mich bespuckt.
„… beide Frauen erwarteten, dass Steve den Raum betrat, aber der Mann der hinein kam, war nicht Steve. Ein großer breitschultriger Mann betrat das Geschäft.“
Bereits im ersten Satz haben sie erwähnt, dass der Mann den Raum betritt und erklären es im zweiten gleich nochmal.
„Als er die Frauen sah […] nickte er den Mädchen zu.“
Was soll ich sagen. Es gibt einen Unterschied zwischen einer Frau und einem Mädchen.
– Die Dialoge sind schlecht, platt und unoriginell. So spricht kein Mensch.

Bei solch offensichtlichen Mängeln habe ich keinen Spaß mehr der Story zu folgen. Das Lesen ist mühseliger als einen alten Kaugummi zu kauen.

Andere Leser waren ja durchaus begeistert, was in mir die Frage aufkeimen lässt: Ist der Schreibstil gewollt? Wollten Sie damit karikieren? Falls ja, sollten Sie das unbedingt in der Beschreibung erwähnen! Falls nein, sollten Sie sich die oben erwähnten Tipps zu Herzen nehmen.

Von mir gibt es ●○○○○ Lesepunkt.

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