Buchrezensionen

Es geschah nebenan – Joyce Egginton

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Kurzbeschreibung
In vierzehn Jahren wird Marybeth Tinning neunmal Mutter. Doch ihre Kinder sterben früh – alle neun, eins nach dem anderen. Niemand vermutet etwas Böses, weder die Freunde noch die Nachbarn, weder die Polizei noch die Sozialarbeiter. Doch schließlich kommt die unbegreifliche Wahrheit über die grausige Todesserie ans Licht. Die unglaubliche Geschichte eines wahren Verbrechens, das die Grenzen unserer Vorstellungskraft sprengt.

 

 

 

Produktinformation
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 427 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-4530-6323-5

Erhältlich bei Amazon

 

Fazit
An sich lese ich gerne (Auto-)Biografien, so ganz überzeugt hat mich das Buch nicht. Meine Ausgabe ist noch von 1992 und weißt für die Zeit die typischen Schusseligkeitsfehler auf. „Sich“ und „Sie“ und ähnliche Begriffe geraten da öfters durcheinander, sodass man manchmal zwei mal lesen muss.
Die Geschichte hat mich sehr mitgerissen, obwohl mich der nüchterne Schreibstil etwas unzufrieden macht. Gefühle wollen sich nicht so recht einstellen, was bei der Thematik vielleicht auch ganz gut ist.

Die Tatsache, dass sich niemand um diese ganz offensichtlich geisteskranke Frau gekümmert hat und so das Leben von mehreren Kindern hätte retten können, erschüttert mich fast mehr, als die Taten der Mutter. Es ist wohl typisch für die Zeit, dass lieber weggeschaut wurde, als sich in unangenehme Situationen zu bringen. Zudem arbeiteten die einzelnen Institutionen nicht zusammen, sodass niemand den genauen Sachverhalt kannte. Erschwerend kam hinzu, dass das Thema Kindesmissbrauch noch kein großes Gewicht hatte und die Sensibilisierung gerade erst statt fand. Alles in allem ist das Geschehen eine Verkettung ungünstiger Umstände. Völlig unverständlich ist mir der Richter, der die Anklage auf den Mord des lezten Kindes begrenzte, obwohl es bereits Präzedenzfälle gab.

Ein Fehler stößt doch sehr auf: Im Epilog wird der Unterschied zwischen Wiegentod und Mord durch ersticken erläutert. Unter anderem, dass der Wiegentod meist zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat auftritt. Dann wird behauptet, dass 8 von 9 Kindern (den Stiefsohn ausgenommen) in den ersten 6 Lebensmonaten verstarben. Was nicht stimmen kann, denn die Mordserie begann nach dem Tod vom dritten Kind. Da waren die ersten Kinder bereits 4 und 2 Jahre alt. Korrekt wäre also 6 von 9 oder alle folgenden Kinder nach Jennifers Tod. Die Lebensdaten der Kinder befindet sich im Anhang.

Kein Herausragendes Buch, aber lesenswert, um mehr über die menschliche Psyche, die Mörderin und den rechtlichen und medizinischen Schwierigkeiten der damaligen Zeit zu erfahren.

Von mir gibt es ●●●●○ Lesepunkte.

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